Was war denn das für eine Nacht. Gegen vier schreckte ich aus einem schlimmen Alptraum und rief: „Ich habe Angst, ich will nicht ins Krankenhaus!” Mama holte mich daraufhin zu sich ins Bett. So richtig einschlafen konnte sie dann aber nicht mehr – auch Papa nicht. Was also tun mit dem so frühen Tag?
Papa wollte die Gelegenheit nutzen und sich den Sonnenaufgang anschauen. Der sollte um 05:18 Uhr sein und gleich auch gefilmt werden. Ich fand das eine gute Idee. Vorerst blieb es aber bei der Idee, denn ich verabschiedete mich wieder ins Land der Träume. So musste Papa erstmal alleine losziehen. Als Mama so vom Balkon runtersah wollte sie sich das auch nicht entgehen lassen und weckte mich auf. Erst war ich ein bisschen verwirrt aber schon auf dem Weg zum Strand war ich begeistert.
Während Papa sich alles vom Steg aus ansah und filmte blieben Mama und ich direkt am Strand. Bis zum tatsächlichen Sonnenaufgang habe ich da im Sand gespielt. Mama hatte dazu extra mein Sandspielzeug mitgenommen. Kann auch nicht jeder von sich sagen, dass er morgens um fünf am Strand im Sand gespielt hat. Das war schon echt cool.
Dann war es soweit und die Sonne ging auf. Es war echt schön anzusehen:

Als die Sonne dann schon etwas höher stand gesellte sich Papa wieder zu uns. Lange weiterspielen konnten wir aber leider nicht mehr, denn die Fliegen, denen es am Tage wohl zu heiß ist, wurden echt lästig. Und da der Pool erst ab acht Uhr freigegeben ist, machten wir uns wieder auf den Weg ins Zimmer. Als wir alle drei so gemütlich im Bett lagen und es so herrlich still war, schliefen wir wieder ein.
Kurz vor neun ist Mama als erste aufgewacht. Sie machte sich schnell poolfertig und reservierte ein paar Plätze. Vorher sagte sie noch Papa Bescheid. Etwas später folgten Papa und ich nach, ohne Frühstück. Aber für einen Snack an der Poolbar ist es nie zu spät – herrlich so ein All Inclusive. Danach verbrachten wir die Zeit wie gewohnt beim Plantschen im Pool und lernten an unserem letzten Tag noch ein paar nette Leute kennen. Einer der Damen haben Mamis Tattoos so gut gefallen. Deren Jungs hatten coole Plastikfische zum Tauchen die ich mir ausborgen konnte. So musste ich nicht immer nur nach der Schwimmbrille tauchen *gg.
Gegen Mittag kam die Young Stars vorbei. So nennen sich die 10-12 Jahre alten Kinder im Kiddy Club. Die machten sich einen Spass beim Löffel aus dem Pool tauchen. Da wollte ich natürlich auch mitmachen. Anfangs meinte Sandra, dsas ich da wohl noch etwas zu jung dafür bin. Immerhin war das Wasser da 1 Meter 50 tief. Also das Gesicht hätte ich gerne fotografiert als sie sah, dass ich wie nichts ins Wasser gesprungen bin und dann abtauchte. Es hat zwar nicht gleich beim ersten Versuch geklappt, aber das lag wohl daran, dass ich ja schon den ganzen Vormittag am tauchen und plantschen war – und jedes Seepferdchen wird mal müde.
Plötzlich machte ein Gerücht die Runde. Delfine sollten gesichtet worden sein. Also nichts wie runter zum Strand. Mama kam etwas später, sie holte noch die Kamera aus dem Zimmer. Und das war gut so, denn sie schaffte es tatsächlich einen Delfin zu fotografieren:

Das sind ja wirklich wunderbare Tiere. Aber mich zog es trotzdem bald wieder zurück an den Pool. Da gab es vor dem Mittagessen noch eine kleine Abkühlung. Kaum zu glauben, dass es schon das letzte Mittagsmahl in unserem Urlaub war. Die Zeit ist wirklich rasend schnell vergangen.
Nach dem Essen schnell in die Lobby um Oma und Opa auf den neuesten Stand zu bringen. Danach für ein Stündchen aufs Zimmer.
Am Nachmittag wollte ich unbedingt noch einmal mit dem Kiddy Club an den Strand und ins Wellenbecken. Da konnte ich mich bei den anderen Kindern auch gleich verabschieden. Mittendrin kam Mama hergerannt und erzählte, dass Kevin am Pool ist und fragte ob ich nicht auch raufkommen will. Was für eine Frage? Klar wollte ich. Im Laufschritt kam ich beim Pool an. Kevin hatte mich auch gleich entdeckt. Nix mit überraschen.
Er lief auf mich zu, nahm mich gleich mit in den Pool und spielte mit mir. Dabei sollte er sich eigentlich um die Großen kümmern. Gemeinsam haben wir Mama ordentlich untergetaucht *gg*. Nach einer kurzen Pause hat er sogar noch ein bisschen mit mir auf der Luftmatratze gespielt. Bei der Gelegenheit fragte ich ihn, ob er nicht mein letztes Abendessen hier mit mir am Tisch verbringen will. Das Grinsen ging mir gar nicht mehr aus dem Gesicht als er zusagte. Und auch Mama freute sich für mich – auch wenn das wieder etwas Stress für den Abend bedeutet, da die Animateure wegen den Shows wesentlich früher essen. Wir vereinbarten, uns um halb acht beim Buffet zu treffen. Dann musste Kevin aber los. Wir planschten noch munter weiter. Später gesellte sich Nicozu uns.
Wir blieben bis uns der Poolboy bei Einbruch der Dunkelheit bat aus dem Pool zu gehen.
Jetzt mussten wir uns sputen damit ich pünktlich zu meinem Date kam. Ich freute mich schon riesig auf Kevin und konnte es kaum erwarten meinen Schwarm zu sehen. Also schnell duschen, schick machen und ab nach unten. Beim Buffet angekommen haben wir uns einen schönen Platz gesucht. Nach kurzer Zeit hat Papa Kevin entdeckt, der uns aber nicht. Mama und ich sind aufgesprungen um zu sehen wo er hingeht. Und da passierte etwas furchtbares: er setzte sich zu anderen Leuten. Das hat mir so weh getan, dass ich bitterlich zu weinen begann. So bitterlich, dass sogar Mama die Tränen gekommen sind weil sie so mitfühlte.
Wir setzten uns wieder an unserem Tisch. Da kame Rika vorbei und wollte sich zu uns setzen. Als sie sah wie ich weinte wollte sie natürlich wissen was denn los sei. Als sie den Grund meiner Traurigkeit erfuhr ging sie gleich los um Kevin zu holen. Keine drei Minuten später saß er bei uns am Tisch. Er hatte uns gesucht aber nicht gefunden und da er nur 30 Minuten Zeit hat zum Essen setzte er sich schnell woanders dazu. Es war also alles nur ein Missverständnis, wenn auch ein für mich sehr aufwühlendes.
Bei einem guten Gespräch wurde das Essen letztlich doch noch ein Erfolg. Um acht Uhr musste Kevin dann leider los. Wir haben aber ausgemacht, uns nach der heutigen Show bei der Poolbar zu treffen um ihn noch einmal zu sehen ehe es morgen Früh zum Flughafen geht. Wir aßen noch in Ruhe auf und machten uns dann langsam auf den Weg zum Strand für den abendlichen Kiddyclubtanz – unseren letzten.
Nach dem Tanz zu unserer letzten Sho. Begeistert sah ich noch einmal zu wie die Animateure ihr Bestes gaben um uns zu unterhalten. Auch wenn es heute eher eine Spasspartie war als eine koordinierte Show. Die haben echt ordentlich was geleistet. Um 22:15 Uhr war die Show aus. Ab zur Poolbar wo uns Kevin und einige der anderen Animateure schon erwarteten. Jetzt ging es ans Verabschieden. Schon echt schlimm wie schnell die Zeit verging und wie toll wir uns eingelebt hatten. Aber heißt es nicht, wenn es am Schönsten ist soll man aufhören. Dann war der Zeitpunkt dafür ideal.
Nachdem wir uns noch ordentlich gedrückt und tschüss gesagt hatten wurde es Zeit fürs Bett. Der Trennungsschmerz wird mich aber wohl noch ein wenig begleiten. Aber es hat ja auch etwas Gutes. Ich sehe endlich Oma und Opa wieder die vermisse ich schon ordentlich. Und auch meine beiden Hasen.
Also letzte Grüße aus Marsa Alam und Gute Nacht. Das nächste Mal schreibe ich schon wieder aus Wien.




Nico stellte sich ans eine Ende des Beckens Mama 25 Meter weit weg. Von ihr schwamm ich los bis zu Nico. Ich schwamm und schwamm. Mama lief neben mir her und feuerte mich an. Einen kurzen Moment lang dachte ich, ich kann nicht mehr. Da fiel mir Mamas Ratschlag ein: „Wenn du meinst es geht nichtmehr, versuch es noch ein Stück weiter.” So habe ich es geschafft. Das reinspringen ins Becken und das herauftauchen eines Gegenstandes waren dann leichte Übungen. Somit war die Prüfung bestanden und ich hatte das Seepferdchen in der Tasche.


















