Der Tag begann etwas hektischer als sonst. Alle waren schwer damit beschäftigt, sich für den Fotografentermin aufzuhübschen. Ich sah das alles etwas gelassener, immerhin bin ich ja von Natur aus schön ;-)
Kurz vor Neun machten wir uns auf den Weg zum Fotografen. Der ist im achten Bezirk und Mami hat ihn im Internet entdeckt.
Sie hatte eine gute Wahl getroffen. Nicht nur seine Homepage war toll, sondern auch der Fotograf Mathias Lenz selbst. Total sympathisch, lustig, freundlich mit viel Gefühl für Kinder und sehr kompetent in seinem Fach. So war das Shooting kein Problem.
Ich habe es ihm aber auch nicht sonderlich schwer gemacht. Mama war richtig stolz wie toll ich mitgemacht habe und wir gut ich und der Fotograf harmonierten. So machte das Fotografieren auch mir Spass.
Wir scherzten und blödelten nebenbei herum. Bei einem hintergrundbild (so mit Herbstblättern und einer Holzbank) wollte Mathias wissen, ob wir denn auch oft in den Park gehen. Mama meinte: „Nein, wir sperren sie nur in den Keller.” Ich spielte da gleich mit und bestätigte das. Das gab ein großes Gelächter.
Als Mathias dann weiterfotografierte habe ich ihn kurz unterbrochen und gefragt, ob er eh weiß, dass das mit dem Keller nur Spass war. Denn ich habe ja eine tolle Mama und einen tollen Papa. Klar dass Mama da gleich wieder Pipi in den Augen hatte. Und auch Mathias hat ordentliche Augen gemacht, als ich mit meinen vier Jahren das klarstellte *gg*.
Nach knapp zwei Stunden war die Fotosession beendet. Kaum zu glauben, denn vor lauter Spass bei der Sache hatten wir das Gefühl, wir wären gerade erst gekommen. Aber wir mussten uns trotzdem verabschieden, denn wir hatten noch einiges vor.
Da es mittlerweile schon Mittag war, beschlossen wir, uns nach langem mal wieder ein Mittagessen beim Mc Donalds zu gönnen. Kaum zu glauben, dass Mama und ich das letzte mal vor unserem Ägyptenurlaub dort gegessen hatten. Das ist ja schon eeewig her. Für heute war es aber die perfekte Lösung um keinen Stress aufkommen zu lassen.
Nach dem Essen machten wir es zu Hause gemütlich um vor der Prüfung noch etwas zu entspannen. Kurz nach halb vier kam die Kletteromi und wir machten uns auf den Weg zur Taekwondoschule. Da war schon einiges los.
Nur Andreas Held, der Leiter der Schule und zugleich unser Prüfer, war noch nicht da. So nützten wir die Zeit zu einem außerplanmäßigen Training.
Spät. aber doch, war es dann soweit. Einer nach dem anderen wurden wir aufgerufen und mussten vortreten. Ich war mit Viktor, Zoe und Roy in einer Gruppe und wir mussten als erste ran. Zuerst wurden wir nach unserem Namen und unserer Addresse gefragt. Dann begannen wir, gemeinsam mit Winni, die erste Hyong. Zum Abschluss der Prüfung mussten wir noch ein Brett mit dem Fuß durchtreten. Nach ca. 15 Minuten war alles vorbei und ich Trägerin des weiß-gelben Gürtels:
Ausschnitte aus meiner Prüfung zum Weiß-Gelb-Gurt
Nach bestandener Prüfung legte ich den alten (weißen) Gürtel auf die zerbrochenen Bretter. Dann musste ich nach vorne gehen und Andreas band mir den neuen Gurt um. Somit war es offiziell und es fehlte nur noch die Urkunde. Schon zum zweiten Mal heute hatte Mami Pipi in den Augen und alle waren megastolz auf mich. Aber auch ich war stolz auf mich – was Mama noch mehr freute.
Lngsam wurde es dann aber Zeit nach Hause zu fahren um den doch ziemlich aufregenden Tag in Ruhe ausklingen zu lassen. Ein Abstecher bei Opi ging sich aber noch aus. Ich zeigte ihm meinen neuen Gurt und auch er war sehr stolz und gratulierte mir. Dass ich es schaffen werde hatte er mir aber schon vorher prophezeit. Er war sich da so sicher, dass er mir schon vorher einen Stoffhund (einen großen Dalmatiner) geschenkt hat.
Jetzt aber – allen eine guRte Nacht!